Wenig Wasser wo es sein soll, viel Wasser wo es nicht sein soll

von Hinnerk Weiler / am 13.07.2013 / in Amerika

Wer Arbeit vermeidet, vermeidet in der Regel auch Folgearbeit. Eigentlich könnte das eine ein grundsätzlich gute Maxime sein, leicht durchs Leben zu kommen. Auf einem Boot gilt das allerdings eher nicht:

Langsam werde ich zum Tohatsu Motor-Experten

Langsam werde ich zum Tohatsu Motor-Experten

Letzte Woche hatte ich den unteren Teil des Außenborders von Seepocken befreit und dabei auch einige dieser Biester aus den Öffnungen des Kühlwassers gepult. Das muss von Zeit zu Zeit sein, damit der Motor immer genügend frisches Wasser hat. Besonders, wenn das „Kühlwasser“ schon zu Anfang etwa 30 Grad Celsius hat. – Zwei Tage später habe ich mir dann die Finger am Motor verbrannt und gesehen, dass fast gar kein Kühlwasser mehr aus dem Kontrollschlauch tröpfelte.

Die Demontage der unteren Motoreinheit und der Wechsel des Impellers hätte ich mir erspart, wenn ich nicht die Pocken beseitigt hätte. Denn offenbar sind dabei Bröckchen einer Seepocke in die Pumpe geraten.

Ohne Arbeit keine Folgearbeit.

Natürlich hatte der abgerissene Flügel die Wasserleitung verstopft

Natürlich hatte der abgerissene Flügel die Wasserleitung verstopft

 

Zu viel Wasser gab es hingegen, wo es nicht hingehört und vielleicht lauert dort nun noch reichlich Folgearbeit:

Aufgefallen war mir eine leichte Verfärbung im Schott vor dem Mast schon bei der Überfahrt hier her. Ein dunkler Fleck im Holz, sah irgendwie aus, als käme Feuchtigkeit aus dem inneren des Holzes. Nachdem also auf dem Vorschiff eh das Werkzeug verteilt und der Außenborder wieder zusammengebaut war, ging es an Ursachenforschung.

Was fehlt in diesem Bild? - Reste von Dichtmasse!

Was fehlt in diesem Bild? – Reste von Dichtmasse!

Beschläge wie die Schiene einer Selbstwendefock demontiert man eigentlich nicht mal eben so. Normalerweise sind diese Dinge mit allen möglichen Klebern und Dichtmassen montiert und die abzubekommen, ist immer ein hartes Stück Arbeit. Arbeit, die man gern vermeidet. Und darum hatte ich die Schiene auch nicht vor dem Start der Reise gelöst. – warum auch?

Ich wurde stutzig, als ich ohne jeglichen Kraftaufwand Schraube für Schraube lösen konnte. Keine einzige der elf Schrauben war eingedichtet. Jahrelang ist hier Tröpfchen für Tröpfchen ins Laminat gesickert, bis es einen Kanal zum Schott gefunden hat und dort langsam durch das Holz sickerte. Jetzt müssen erstmal einige Probebohrungen in Mastnähe zeigen, wie stark das Deck unter dem Pfusch gelitten hat. Dann muss geht es unter Deck daran das rotte Holz zu erneuern. – Folgearbeiten, einer Arbeitsvermeidung vor einigen Jahren.

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