Urwaldfeeling

von Hinnerk Weiler am 08.12.2012 / in Nachrichten aus der Bilge

30 52.037N 087 59.413W Big Bayou Canot, Mobile River, Alabama. – Der Tombigbee heißt ab hier Mobile River und die Flusskarte zeigt beiderseits am Ufer nichts außer in gleichmäßigen Abständen verteilte Grasbüschel. Laut Legende steht das für „Marsh“ und für jemanden, der aus der norddeutschen Tiefebene stammt, ist das eine eigenwillige Bezeichnung für einen undurchdringlichen Mangrovenwald. Der hat zudem eine neue Farbe bekommen. Stattes, fast wachsartig glänzendes Grün. Zwischen den Bäumen und Büschen stechen immer wieder dünne, sternenförmige spitze Blätter hervor. Das letzte Mal, dass ich die gesehen hatte, war auf den Bahamas und im tropischen Garten der Chicago Navy Pier. Das Wochenede und den zweiten Advent verbringe hier, in Badehose und T-Shirt, zwischen Bug und Heckanker mit einer langen Leine von mittschis zu einem Baum. Viel Raum zum Schwojen hat der Bach nicht. Aber wären da nicht die flachen Brücken, wäre er tief genug, um ihm bis Mobile zu folgen. Ich werde also Montag den großen Fluss nehemn und bis dahin nachts den Eulen lauschen und tagsüber dem tropisch anmutenden Djungel. – Sicher versteckt unter Deck, wärend rund zweihundert Mücken am Fliegengitter auf mich warten. ****

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