Fragwürdiges Fahrtenseglerleben

von Hinnerk Weiler am 27.11.2012 / in Nachrichten aus der Bilge

33 01.529N 088 13.797W Tombigbee River, Alabama – Die Ufer ziehen vorbei wie in einem dieser frühen Computerspiele: Giana Sister war so eines, an das ich mich erinnere. Ewig zog die gleiche Landschaft im Hintergrund von rechts nach links. Hier besteht die aus undurchdringlichem Buschwerk. Ein Wald, mit efeuartigem Kraut wie zugedeckt. Die einzige Abwechslung bieten ein bis zwei Schleusen am Tag. Ab frühem Nachmittag beginnt jedoch die Suche nach einem Ankerplatz, denn fast alle im „Book of Lies“ beschriebenen scheinen für Paulinchen zu flach. Das Problem ist meist eine Barre am Grund, entstanden durch das Ausbaggern der Fahrrinne. Die Einfahrten in die sogenannten „Ox-Bows“ sind damit oft weniger als einen Meter tief, obwohl in ihnen genug Platz zum ankern wäre. Ich muss also langes Suchen und vorsichtiges herantasten mit einplanen heute war es knapp: 16:25 – Motor aus. Selbst auf 33 Grad Nord wird es eine halbe Stunde später Ende November dunkel. Das verwirrende für den nordeuropäischen Geist in diesem Winter: Nachtfrost wechselt sich mit 20 Grad Celsius am Tag ab. Und draußen zirpen tausende Grillen in die Nacht hinein. Dieses zirpen ist der Sound Amerikas. Es immer da, von Cape Cod bis Mobile. Wenn man sich darauf konzentriert, hört man den Wald sogar bei laufendem Motor mitten auf dem Fluss. ****

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