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von Hinnerk Weiler / am 31.05.2012 / in

Die Wingfield Bay ist so einer der Orte, an denen Großstadtmenschen oft schlecht schlafen. Abgesehen vom Rauschen der Brandung war beim Einschlafen gestern Abend nicht viel zu hören. Gegen Morgen war auch das verstummt. Bedrückende Stille ist das aber keineswegs. Die Ohren freuen sich über die Vögel am anderen Ende der Bucht oder ein Insekt, das über das Boot fliegt. Die Stille ist nicht bedrückend, sie sortiert den Kopf.

Die Bucht, in die ich da gestolpert bin hat Geschichte: Die wird von den „Friends of Cabot Head“ im alten Leuchtturm neben der Einfahrt aufgeschrieben und ausgestellt. Die Coast Guard hatte den Turm kurzerhand gegen einen Stahlmast mit LEDs getauscht und lies das Holzhaus dahinter verfallen. Doch wie so oft fand sich ein Interessenverein, der das Bauwerk erhalten konnte und restauriert hat. Zur Zeit wird das Dach neu gedeckt und allerlei an der Anlage drum herum gebaut und gemalt. Drinnen erfährt man, dass diese Bucht erst 1815 von einem britischen Vermessungschiff ernsthaft erkundet wurde. Kurz darauf wurden der Leuchtturm und kleines Camp westlich der Passage für Fischer errichtet. Das Camp, von dem aus mit bis zu drei dampfbetriebenen Kuttern in der Bay gefischt wurde, ist inzwischen verschwunden. Aber wie so oft bei dieser Art Siedlungen in der Wildnis, hat hinterher keiner ernsthaft aufgeräumt. Im kristallklaren Wasser kann man vom Dingi aus fünf Meter unter sich die Balken, und allerlei Überbleibsel aus dieser Zeit im Wasser finden. Leider auch die eine oder andere Dose aus neuerer Zeit) Vor allem aber ist auch noch einer der Kutter hier. Inzwischen leider vollkommen verfallen liegt das Wrack halb gesunken in der Nordwestecke der Bucht. (sicher auch per Google Maps zu erkennen)

So einsam es hier auch scheint, unbeobachtet ist man nicht. Das ich in die Bucht eingelaufen bin, haben gestern alle Drei, die hier arbeiten beobachtet. Ich bin offenbar der erste Übernachtungsgast in 2012 – und darum bleibe ich noch einen weiteren Tag, bevor ich nach Owen Sound weiter segele.

(Danke übrigens für die zahlreichen Beschreibungen der „Poisen Ivy“, habe sie inzwischen auch „live“ gefunden und einen Bogen drum gemacht.)

von Hinnerk Weiler / am 30.05.2012 / in
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