Fisch oder segeln?

von Hinnerk Weiler / am 10.12.2009 / in Reisevorbereitungen
Asiatischer Karpfen

Unscheinbarer Karpfen gefährdet Segelpläne

Harte Segelbedingungen auf dem Weg dorthin, ein ungern ausgestelltes Visum, Untiefen auf der Strecke innerhalb der USA, kaum zu beherrschende Verhältnisse in den Schleusen des St. Lorenz River… Irgendwie sträuben sich die USA gegen meine geplante Route, wo es nur geht…

Die neueste Errungenschaft auf dieser Liste ist ein Karpfen. – Obwohl zur großen Familie der „Asian Carps“ zählend, ist der allerdings in diesem Falle nicht in kalten Reis und wabbelige Algen gewickelt, sondern es geht um quicklebendige Exemplare. Die haben es sich im Fluss- und Kanalsystem der Stadt Chicago so gemütlich gemacht, dass sie zur Gefahr für andere, in Nordamerika eher übliche Fische wurden.

Segler sind ja bekanntlich für Umweltthemen immer offen und schon daher sollte ich nun das Revier aus Solidarität bereits meiden. Doch was kümmert das den Karpfen? Nichts. So dachte ich auch eher trotzig daran, mich nicht weiter mit dem zu beschäftigen, was da unter meinem Kiel schwimmen würde. Doch folgende Mail machen diese Asiatischen Karpfen nun vielleicht auch für mich zum Problem:

…note on passing thru the Chicago canal to the Mississippi. right now they are having problems with asian carp , the electric field to keep them out of the Great Lakes isn’t working as well as expected. Many of us Great Lakes boaters are trying to get them to shut down the canal to save the lakes. Don’t know what the situation will be next year, if it will still be open?

Zu deutsch: Man versucht derzeit diese Karpfen mit einem elektrischen Feld davon abzuhalten, sich in die Great Lakes auszubreiten. Was schon bei Startrek und anderen Science Fiction Geschichten nur funktioniert, wenn es von den „Guten“ benutzt wird, scheint Fische mit einem Ninja-Migrations-Hintergrund nicht sonderlich zu beeindrucken. Also überlegt man offenbar, härtere Seiten aufzuziehen und den Kanal zu schließen. Der Vorteil: Die Seen sind dann sicher vor dem Fisch geschützt. Der Nachteil: Paulinchen ist kein Faltboot und eine Mauer im Kanal würde mir auf dem Weg schon einige Unannehmlichkeiten bescheren…

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