Verhältnisfrage

von Hinnerk Weiler am 07.07.2009 / in Zwischennotizen

Übersichtlich ging es Mitte Mai auf der Ostee zu. Hier und da ein Segelboot, und im Verhältnis dazu etwa eins zu zwei ein Behördenboot. Küstenwache, Polizei, Fischereiaufsicht, Marine, Polizei im Schlauchboot, ein Vermessungsschiff. Man hatte den Eindruck, die deutschen Seegrenzen sind ein schwer umkämpftes Gebiet. Mit fortschreitender Saison scheint sich dieses Verhältnis langsam etwas zu verbessern. Trotzdem fragt man sich, ob Freizeit auf dem Wasser zu verbringen, nicht im Grunde doch etwas Schlechtes ist. Warum sonst sollte es nötig sein, entlang der Küste nahezu ununterbrochen so ein „Amtsschiff“ in Sicht zu haben?
Dem Skipper zu See drängt sich die Frage auf, ob die vielen Kontrolleure auf Deutschen Gewässern nicht lediglich eine Beschäftigungstherapie für eher überflüssige Relikte vergangener Zeiten sind? Wer in den Achtzigern Beamter auf Lebenszeit wurde, hat schließlich einen Anspruch darauf, bis 67 arbeiten zu müssen. Und sei es mit dem Kontrollieren von Angelscheinen. Da fragt man sich, ob die vielen Kontrollen nicht lediglich Ausdruck einer grundsoliden Verbitterung sind und dem Gemeinwohl mehr gedient wäre, wenn man diese Schiffe einfach zu Ausflugsdampfern umrüsten würde.

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