Prokastination zum Saisonstart

von Hinnerk Weiler / am 29.03.2018 / in Weilers-Welt

[In meiner monatlichen Kolumne „Weilers Welt“ im Magazin segeln schreibe ich seit 2012 vor allem über Seemannschaft und den Alltag an Bord. Gern mal abstrakt, aber immer mit einem guten Tippfür mehr Freude am Segeln. Dieser Text erschien in der Mai-Ausgabe 2017]

 

Juhu, die Saison hat angefangen, auf dem Wasser wird es wieder voller und die Zeit des langen Wartens an Land ist zu Ende.

In meiner monatlichen Kolumne "Weilers Welt" im Magazin "segeln" schreibe ich vor allem über Seemannschaft und den Alltag an Bord. Gern mal abstrakt, aber immer mit einem guten Tipp für mehr Freude am Segeln. Dieser Text erschien in der Mai-Ausgabe 2017Die eine oder andere Kleinigkeit ist aber sicher noch von der To-do-Liste übrig geblieben. Und nicht selten sind sie das auch schon vom letzten Jahr. Denn große Arbeiten, wie das neue Unterwasserschiff oder die frisch lackierte Pantry schieben sich immer wieder wie ein Vorhang über Kleinigkeiten. Jetzt zu Saisonbeginn heißt es aber, sich auch die unerledigten Punkte noch einmal genau anzusehen und zu hinterfragen, was noch erledigt werden soll. Dabei gilt es, eine schwere Entscheidung zwischen den ersten langen Wochenenden auf dem Wasser und den letzten langen Wochenenden des Bastelns zu fällen.

Prokrastination sagen Schlaumeier dazu, wenn zugunsten des Segelns entschieden und die Arbeit aufgeschoben wird. Denn die lose Relingstüze hat vielleicht im letzten Jahr wirklich keine großen Probleme gemacht und die paar Tropfen, die sich immer wieder unter der Seewasserpumpe in der Motorbilge sammeln, haben in der Tat noch kein Boot versenkt. Doch sie sind die kleinen Warnzeichen, die von Saison zu Saison mehr werden und deren Behebung immer mehr Aufwand fordert. Irgendwann bringen sie großen Ärger und sie zu vernachlässigen führt leider zu oft dazu, dass sie uns den ganzen Sommer über verfolgen. Spätestens, wenn durch die aufgebrochenen Schraublöcher an Deck nachts das Regenwasser heruntertropft, wünscht man sich, mehr Disziplin gehabt zu haben. Die kann man übrigens auch nach dem ersten Törn noch aufbringen, aber das wird von Wochenende zu Wochenende schwerer.

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